Am Sonntag gelang Tom Pidcock und dem Q36.5 Pro Cycling Team etwas, das im modernen Radsport kaum noch für möglich gehalten wurde: Ein UCI ProTeam stand auf dem Podium einer Grand Tour.
Seit wir uns erinnern können, wurden die großen Rundfahrten des Radsports von den WorldTour-Giganten dominiert. Mit größeren Budgets, jahrzehntelanger Infrastruktur und eingespielten Kadern war das Podium in Madrid, Rom oder Paris fast immer ihre feste Bühne. Doch 2025 bewies ein Wildcard-Team, dass Widerstandskraft, Vorbereitung und Glaube das Drehbuch neu schreiben können.
Als uns die Organisatoren der Vuelta eine Wildcard einräumten, gaben sie uns damit zugleich eine Chance und eine Verantwortung. Jede Wildcard bedeutet, dass ein anderes Team zu Hause bleibt – und jeder gefahrene Kilometer ist eine Gelegenheit, dieses Vertrauen zu rechtfertigen.
Aus den Erfahrungen beim Giro, unserer ersten Grand Tour dieser Saison, zogen wir unsere Lehren und entwickelten daraus einen klaren Plan. Als die Vuelta startete, waren wir nicht nur bereit, dabei zu sein – wir waren bereit, um die Entscheidung mitzufahren.
Tom Pidcock fuhr mit Mut und Kalkül, kletterte in drei Wochen erbarmungslosen Rennens vom Mitfavoriten aufs Podium.
Wie er heute von zu Hause sagte:
„Ja, ich bin stolz und glücklich. Am meisten genieße ich gerade, frei zu sein von dem täglichen Rhythmus, in dem sich alles nur um Erholung drehte. Jetzt kann ich einfach in der Sonne sitzen, ohne mir Sorgen zu machen. Es ist wahrscheinlich der größte Erfolg meiner bisherigen Karriere … dieser dritte Platz fühlt sich wie ein Sieg an. Und er gibt mir das Vertrauen, dass ich in Zukunft um noch mehr kämpfen kann.“
Für Tom ist das Podium mehr als nur ein Resultat. Es ist ein Beweis dafür, was möglich ist – sowohl für ihn als Athleten als auch für ein Team, das ein neues Kapitel im Profiradsport schreibt.
General Manager Doug Ryder reflektierte, was dieser Erfolg für die Organisation bedeutet:
„Es ist immer noch ein wenig surreal, einen Fahrer im Team zu haben, der nun auf einem Grand-Tour-Podium neben den ganz Großen des Radsports steht. Es ist bemerkenswert, dass wir jetzt zu den Teams gehören, die nach drei harten Wochen intensiven Rennens einen Fahrer auf dem Podium platzieren konnten. Unser Ziel war die Top Ten, unser Traum die Top Five – aber ein Podium übertrifft all unsere Träume. Und das in erst unserer zweiten Grand Tour, seit das Q36.5 Pro Cycling Team vor drei Jahren gegründet wurde.“
Er fuhr fort:
„Es war schon immer ein Traum in all den Teams, die wir über die Jahre geführt haben – und lange Zeit schien er unerreichbar. Es ist ein Privileg, nun gemeinsam mit all unseren Partnern und unserem unglaublich professionellen Staff etwas aufgebaut zu haben, dass es möglich macht, einen Fahrer wie Tom Pidcock ins Team zu holen. Wir haben eine Umgebung geschaffen, in der sich einer der besten Fahrer der Welt wohlfühlt, geschätzt und von einigen der beeindruckendsten Menschen im Radsport unterstützt wird. Toms Erfolg hat das gesamte Team beflügelt. Mit den richtigen Menschen, dem richtigen Umfeld und der richtigen Kultur kann man die Besten der Besten anziehen – auf und neben dem Rad. Darauf bin ich sehr stolz – auf dieses Team und auf alle, die daran beteiligt sind.“
Ein Grand-Tour-Podium durch ein ProTeam ist nicht nur selten – in den vergangenen Jahren war es nahezu undenkbar. Es zeigt, dass die Hierarchie im Radsport nicht absolut ist und dass Chancen auch von denen ergriffen werden können, die dort eigentlich nicht erwartet wurden.
Es unterstreicht zudem die Bedeutung des Kollektivs: der Soigneure, Trainer, Sportdirektoren, Ärzte, Ernährungsberater, Mechaniker und Mitarbeiter, die hinter den Kulissen 99 % der Arbeit leisten. Und der Partner, deren Innovationen in Bekleidung, Ernährung, Regeneration und Technologie das letzte entscheidende Prozent an Vorteil liefern.
Dieses Podium ist nicht das Ende unserer Geschichte. Es ist ein Meilenstein, der bestätigt, dass unsere Philosophie funktioniert: Race Sharp. Prepare with Precision. Be Better Together.
Wir standen als Außenseiter auf einem Parkplatz in Madrid – und haben gezeigt, dass Glaube, Hingabe und Zusammenhalt jede Erwartung übertreffen können.
Für das Q36.5 Pro Cycling Team hat die Reise gerade erst begonnen.